Russische und deutsche Flagge ineinander verzahnt

Deutsch-russische Wirtschaftsbeziehungen im aktuellen Fokus des Bundesforums Mittelstand

Deutsch-russische Wirtschaftsbeziehungen im aktuellen Fokus des Bundesforums Mittelstand

Russische und deutsche Flagge ineinander verzahnt

POLYTECH-TREFFEN 2020 „Deutschland-Russland: Digitale Transformation“

Am 07. Februar ging es beim POLYTECH-TREFFEN 2020 um „Deutschland-Russland: Digitale Transformation. Dialog zwischen Universitäten und Industrie“. Ein hochkarätiges Treffen in der russischen Handelsvertretung mit einer brillanten Präsentation der Kapazitäten und Angebote der Sankt Petersburger Polytechnischen Universität, gerichtet an deutsche Universitäten und Firmen. Von deutscher Seite hoch gewürdigt von Michael Harms, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des Ostausschusses/Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft. Das russische Humankapital auf dem IT-Sektor ist weltweit anerkannt. Auch wenn es von russophoben politischen und medialen Stimmen oftmals auf Hackerqualitäten reduziert wird. Russische IT-Spezialisten sind jedenfalls auch ein Gewinn für deutsche Firmen, sowohl als Angestellte als auch in vertraglicher Kooperation zwischen deutschen und russischen Firmen. Wir beraten Sie gerne!

  1. Russlandkonferenz der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer „Innovation als Wachstumsmotor“

Am 18. Februar ging es auf der 7. Russlandkonferenz der Deutsch-Russischen AHK um „Innovation als Wachstumsmotor“. Im Gegensatz zu den letzten Jahren reichten die beiden Säle im Haus der Deutschen Wirtschaft kaum aus. Die Einleitungen durch den deutschen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und den russischen Minister für Industrie und Handel Denis Manturov sowie das Statement vom Präsidentenberater für Wirtschaft Maksim Oreshkin brachten es auf den Punkt: Russland gehört zu Europa und Europa braucht Russland zur souveränen wirtschaftlichen Entwicklung. Deshalb gab es auch weitere Unterschriften namhafter deutscher Firmen unter das Memorandum „Einheitlicher Wirtschaftsraum von Lissabon bis Vladivostok“.

So deutlich wie nie erklang die Forderung nach Abbau der europäisch-russischen Sanktionsspirale. So deutlich wie nie wurden die amerikanischen Sanktionen als unberechenbar, antirussisch und antieuropäisch gekennzeichnet. Am deutlichsten äusserte sich der Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung von Mecklenburg-Vorpommern Christian Pegel. Er stellte aber auch den Irrsinn deutscher und europäischer Parlamentarier und Politiker bloß, die aus russophober und transatlantischer Arroganz sich gegen lebensnotwendige Kooperationen mit Russland, insbesondere auf dem Energiesektor wenden.

Deutsch-Russische Auslandshandelskammer: Mehr Freiheit wagen

Trotzdem blieb der Eindruck, dass die obere deutsche Politikebene weiter vor sich hin werkelt und weder die Gefahren der chinesischen Virusattacke auf die Weltwirtschaft noch der US-amerikanischen wirtschafts- und finanzpolitischen Attacke auf die Globalisierung erfasst und sich nicht entschlossen genug europäische Bündnispartner in Ost und West sucht, um das Wohlergehen des deutschen Volkes nachhaltig zu schützen. Darüber tröstet auch nicht hinweg, dass wir im Narrenmonat sind. Das deutsche Narrenschiff nimmt Kurs weg von der Insel der Glückseligen auf das digitale Bermudadreieck. Selbst die seit Jahren geforderten Visaerleichterungen insbesondere für junge Menschen werden von der Bundesregierung nicht energisch betrieben, sondern lediglich von der Gebetsmühle an der Maas wiederholt. Mehr Freiheit wagen forderte deshalb die deutsch-Russische AHK in aller Klarheit. Das ist auch im Sinne unseres Verbandes.

Sanktionen- und Regulierungsbestimmungen erfordern Expertenwissen

Sehr deutlich wurde dagegen, dass die Regierungsumbildung in Russland zu mehr Expertise und zu klareren Ansagen für eine Stimulation der einheimischen Wirtschaft und unter Nutzung der Innovationskraft deutscher Unternehmen führt. Erste Anpassungen der Lokalisierungsforderungen werden sichtbar. Investitionsgrenzen werden gesenkt, um auch kleineren und mittelständischen Betrieben Chancen zu geben. Andererseits fordert die russische Regierung Kooperations- und Liefersicherheit gegen ausländische politische Kapriolen. Das muss ausdiskutiert und auf Augenhöhe verhandelt werden. Jedenfalls scheint die Sprachlosigkeit der letzten Jahre überwunden. Eine Sprachlosigkeit, die es aber in den Wirtschaftsverbänden nie wirklich gegeben hat, auch wenn manche Personen Mühe hatten sich vom gestreamten Mediensprech zu entfernen.

In den Diskussionen und Seminaren der 7. Russlandkonferenz zeigte sich jedoch sehr deutlich, dass die an Kooperation interessierten Firmen auf beiden Seiten unbedingt Hilfestellungen für die Geschäftsanbahnung und -abwicklung brauchen. Die Unterschiede in der Geschäftskultur und der nicht einfacher werdende Dschungel von Sanktions- und Regulierungsbestimmungen ist ohne Expertenunterstützung nur schwer zu bewältigen. Umso weniger von kleinen und mittelständischen Betrieben, die immer mehr adäquate Partnerfirmen in den verschiedenen Regionen Russlands finden können, wenn sie denn wollen. In diesem Sinne war die 7. Russlandkonferenz auch für unser Bundesforum Mittelstand ein Gewinn, weil wir unsere zum Teil langjährigen Kontakte zu anderen Wirtschaftsverbänden und Experten in Deutschland und Russland festigen und erweitern konnten. Dieses „come together“ ist ein Plus für alle unsere Mitglieder, die nicht nur Russland im Fokus haben.

Dr. Siegfried Fischer

Berlin, den 19.02.2020

Dr. Siegfried Fischer

Verbandsbeauftragter Russland

Des Bundesforums Mittelstand e.V.

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